Der Teufel und die Ente

Ein kleiner Junge besuchte seine Großeltern, die auf einem Bauernhof lebten. Sie gaben ihm eine Steinschleuder, damit er im Wald spielen konnte. Dort zielte er unermüdlich auf Baumstämme, traf aber nie. Dann machte er sich jeweils etwas niedergeschlagen auf den Heimweg zum Abendessen. Eines Tages lief ihm dabei Oma´s Lieblingsente über den Weg. Nur so zum Spaß zielte er auf sie – und er wusste gar nicht, wie ihm geschah – der Stein traf sofort genau ihren Kopf! Die Ente war sofort tot. Er konnte gar nicht fassen, was da in wenigen Sekunden geschehen war. In seiner Verzweiflung versteckte er die Ente unter einem Stapel Brennholz. Da bemerkte er, dass Susi, seine Schwester, alles gesehen hatte.

Nach dem Mittagessen sagte die Großmutter: Susi, hilfst du mir bitte mit dem Geschirr? Aber Susi rief fröhlich: Oma, Timmy hat mir gerade gesagt, dass er dir so gerne in der Küche helfen möchte!” Und in seine Richtung zischte sie: Du weißt schon – die Ente!” Timmy spülte das Geschirr. Später am Nachmittag kündigte der Großvater an, dass er die Kinder gerne zum Fischen mitnehmen möchte, doch die Großmutter sagte: “Es tut mir so leid, aber ich brauche Susi unbedingt beim Ko-chen! Susi lächelte und sagte: Oma, gar kein Problem, Timmy hat mir gesagt, dass er dir viel lieber helfen möchte!” Und wieder flüsterte sie ihm zu: Du weißt schon – die Ente! So ging Susi mit zum Fischen und Timmy half beim Kochen.

Nachdem Timmy einige Tage lang sowohl seine als auch die Haushaltspflichten seiner Schwester übernommen hatte, konnte er es einfach nicht mehr aushalten. Er ging zu seiner Großmutter und beichtete ihr den Unfall mit der Ente. Sie kniete sich nieder, umarmte ihn und sagte: „Ach mein lie-ber Junge, das weiß ich doch längst. Ich stand gerade am Fenster und hab genau gesehen, wie das Unglück passiert ist. Aber ich habe dich doch so lieb und wegen so einem Missgeschick kann ich dir gar nicht böse sein. Ich habe mir nur Gedanken gemacht, wie lange du wohl noch zulässt, dass Susi dich zum Sklaven macht!“

Welche Lehre können wir daraus ziehen? Was auch immer in unserer Vergangenheit geschehen ist, was auch immer wir getan oder versäumt haben und was der Teufel uns immer wieder unter die Nase reibt: Ob es Lüge, Diebstahl, Menschenfurcht oder etwas anderes war. Wir müssen verstehen, dass Jehova „am Fenster stand“ und sowieso alles gesehen hat. Er hat unser ganzes Leben gesehen. Er möchte, dass wir verstehen, dass er uns dennoch von ganzem Herzen liebt und aufrichtig bereit ist uns zu vergeben. Er macht sich aber auch Gedanken darüber, wie lange wir es wohl zulassen, dass der Teufel uns als Sklaven vorführt! Hast du dich von dieser Sklaverei auch schon frei gemacht?

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *